Das Wiener Startup musicbooking.com hat sich zwei Jahre nach der Gründung das erste Investment gesichert. Startup300 hat über Pioneers Ventures einen nicht genannten Betrag in das Jungunternehmen gesteckt, verrät Gründer Markus Kaar im Gespräch mit Trending Topics. Mit dem frischen Kapital soll die Plattform für Livemusik-Auftritte nun durchstarten. Vor rund drei Monaten wurde musicbooking.com von einem Prototypen auf die fertige Vollversion umgestellt und nun folgte ein komplettes Redesign.

Gegründet wurde das Jungunternehmen Anfang 2017 von Markus Kaar, der selbst studierter Musiker ist. „Ich bin nach meinen Studien in Musik und Wirtschaft in die Privatwirtschaft gegangen und immer wieder haben mich Freunde privat gebeten, ob ich ihnen für ihre Feste Livemusik organisieren könnte“, erzählt Kaar. Das war die Initialzündung für musicbooking.com.

Vertrag, Zahlungsabwicklung und Auftrittsgarantie

Das Ziel sei es, eine Plattform zu schaffen, über die sich Musiker komplett selbst managen können, erklärt der Gründer. Das Angebot geht dementsprechend über das eines klassischen Marktplatzes hinaus. Neben der Suchfunktion, die Angebot und Nachfrage anhand zahlreicher Parameter matcht, kümmert sich die Plattform auch um die Vertragserstellung und die Zahlungsabwicklung. Für Gastgeber gibt es außerdem eine Auftrittsgarantie. „Fällt jemand aus, finden wir Ersatz, weil wir einen sehr großen Pool an Musikern haben“, erklärt Kaar.

Mehr als 230 Bands sind in Österreich bereits registriert. Für Bands sei die Plattform vor allem dann interessant, solange ihre Gage unter 8.000 Euro liege, meint Kaar. Darüber hätten Bands bereits ein eigenes Management.

Minuten statt Wochen: Schneller zu einer Band für die Hochzeit

Die Musiker werden für Privatfeiern oder Firmenfeiern gebucht, wobei Hochzeiten besonders hoch im Kurs liegen. „Bräute brauchen laut Umfragen im Schnitt 80 bis 120 Stunden für die Suche nach einer Liveband“, sagt der Jungunternehmer. Bisher wird in der Regel gegoogelt, dann telefoniert. Stellt sich dann heraus, dass die Konditionen nicht passen, heißt es: zurück an den Start. Mit musicbooking.com dauere so eine Suche nur wenige Minuten: „Wir schaffen Transparenz“.

Heuer noch Deutschland-Start

Das Geschäftsmodell basiert derzeit noch auf einer Vermittlungsprovision, die beim Gastgeber anfällt. An dem Modell feilt das Team allerdings noch. Kaar hat mit Maximilian Rauch und Thomas Zöchling vergangenes Jahr zwei Co-Founder an Bord geholt und auch heuer soll das Team weiter wachsen. Denn musicbooking.com hat viel vor. „Wir planen heuer noch den Deutschland-Start und peilen für Q3 oder Q4 eine größere Investment-Runde an“, so der Gründer.

Konkurrenz hat einen Nachteil

Auch in Deutschland gebe es keine direkte Konkurrenz, da Vermittlungsplattformen für Musiker bisher andere Modelle verfolgen. „Es gibt international ein paar kleinere Plattformen, die in der Regel die Kontaktdaten von Gastgebern an Musiker verkaufen“. Der Nachteil: Die Musiker bezahlen für die Daten, werden aber vielleicht gar nicht engagiert. Bei musicbooking.com fließt (derzeit) nur dann Geld, wenn ein Deal wirklich zustande kommt. „Soetwas wie Booking.com gibt es für Livemusik noch nicht“, sagt Kaar, der mit seiner Plattform in drei bis fünf Jahren in Europa Marktführer sein will.

Im Original erschienen am 11.01.2019  auf trending topics